Rund um das Thema Schule gibtes wohl keinen Aspekt, der manchen Eltern mehr Sorge bereitet, als der tägliche Weg ihrer Kinder zur Schule.

Gerade für Grundschüler, und hier natürlich ganz besonders für Abc-Schützen, lauern viele Gefahren auf dem Weg zu und von der Schule.

Eines der Hauptrisiken birgt der ständig zunehmende Straßenverkehr.
Doch Eltern und auch Kinder haben weitere Ängste was den Schulweg betrifft.
Abgelegene Straßen, dunkle Unterführungen sowie schlecht bis gar nicht beleuchtete Wege durch Grünanlagen rufen bei Eltern häufig Unbehagen hervor.

Die folgenden 10 praktischen Tipps sollen Dir zeigen, was Du tun kannst, damit der tägliche Schulweg sich für Deinen Nachwuchs sicher und kinderleicht gestaltet.

 

Routine im Tagesablauf

Der sichere Weg zur Schule beginnt bereits mit eingespielten Routinen im Tagesablauf.
Grundschüler sehen sich jeden Tag mit neuen aufregenden Eindrücken und Situationen konfrontiert, sie müssen sich im neuen Alltag zurechtfinden und behaupten.

Routine hilft Deinen Kindern dabei diese Situationen zu meistern, vermittelt zudem Stabilität und Sicherheit. Das fängt mit dem morgendlichen rechtzeitigen Wecken zu einer bestimmten Uhrzeit an.

Vermeide Hektik, bekannte Langschläfer weckst Du lieber eine halbe Stunde früher damit kein Stress aufkommt und der Schulweg nicht zur Sprintstrecke wird.
Jeder kennt die Bilder von abgehetzten und verschwitzten Kindern die kurz vor Ertönen des Gongs in die Klassenzimmer hetzen.

Achte darauf, dass Deine Kinder nach einem langen Tag abends frühzeitig zu Bett gehen. Gerade Kinder im Grundschulalter benötigen ausreichend Schlaf damit sie am nächsten Morgen konzentriert und fit für die Herausforderungen des Tages sind.

 

Ausgewogenes Frühstück

Ein voller Bauch studiert nicht gern?
Dieses ursprünglich lateinische Sprichwort hat sicher seine Berechtigung, das Gegenteil trifft allerdings auch zu.
Vor allem macht sich ein leerer Bauch ungern auf den Schulweg in einen langen Schultag.

Für Kinder im Grundschulalter ist ein ausgewogenes, gesundes Frühstück enorm wichtig.
Idealerweise besteht die erste Mahlzeit des Tages aus zuckerfreien Getränken, Getreide- und Milchprodukten und frischem Obst.
Mit aufgefüllten Energiereserven kann sich Dein Nachwuchs entspannt und gestärkt auf den Schulweg machen!

 

Der Schulwegplan

Schulwegpläne sind vereinfachte Darstellungen der Einzugsbereiche von Schulen.
Aufgrund von Erfahrungswerten und der kontinuierlichen Verbesserung der Pläne kannst Du dich über den aktuell sichersten Weg zur Schule informieren.

In diesen Plänen sind unter anderem Fußgängerampeln, Zebrastreifen, gefährliche Stellen wie etwa unübersichtliche Kreuzungen, Schülerlotsenstandorte sowie Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel verzeichnet.

Grundsätzlich sollte jede Schule oder die zuständige Gemeinde über einen solchen Plan verfügen. Informiere Dich vor Schulbeginn ob ein solcher Plan vorhanden ist, wenn nicht gilt auch hier:
Gemeinsam ist man stark, schließe Dich also mit anderen Eltern zusammen um dem Anliegen den nötigen Schwung zu verleihen.

 

Den Schulweg trainieren

Nachdem Du dir einen ersten Überblick verschafft hast, gilt es nun Abläufe mit den Kindern einzustudierenden und Ihnen schon vor dem Schulstart die wichtigsten Regeln im Straßenverkehr beizubringen.

Achten beim Trainieren des Schulwegs auf folgende Punkte:

  • Übe mit Deinem Kind, wie es sich an großen Straßen, Kreuzungen, und anderen Gefahrenquellen wie etwa Zebrastreifen verhalten soll.
  • Erkläre Deinem Kind die Regeln an der Ampel und üben Sie diese auch ein.
  • Gerade auf engen Gehwegen ist darauf zu achten, dass sich das Kind möglichst weit innen hält.
  • Sollte Dein Kind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sein gilt es auch hier die gängigen Verhaltensregeln einzuüben.
  • Fahr mit Deinem Kind vor der Einschulung den Schulweg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln mehrmals ab.
  • Eventuell werden einige Kinder aus der Nachbarschaft denselben Schulweg haben. Wenn möglich, gehe gemeinsam mit den Kindern und deren Eltern den Schulweg ab.

 

Digitale Hilfsmittel

Bei allen Vorsichtsmaßnahmen und eingeübten Verhaltensregeln, die zur Sicherheit auf dem Schulweg beitragen, möchten Eltern immer das gute Gefühl haben, dass Ihr Kind sicher in der Schule angekommen ist.

Einige besorgte Eltern statten dazu Ihren Nachwuchs bereits in der Grundschule mit Smartphones aus. Viele Experten halten die Nutzung von Smartphones in der Grundschule jedoch für zu früh, empfohlen werden diese frühestens ab einer weiterführenden Schule.

Statt morgendlicher Kontrollanrufe kurz vor Schulbeginn gibt es elegantere Lösungen um sich der sicheren Ankunft des Nachwuchses in der Schule zu vergewissern.

Die Pingonaut Kidswatch (Link zu mehr Informationen auf Amazon) ermöglicht es Dir per GPS-Ortung immer festzustellen wo sich Ihr Kind gerade aufhält, und ob es sicher an seinem Bestimmungsort angekommen ist.
Im Notfall kann Dich dein Kind zudem dank eingebauter Handyfunktion schnell per Knopfdruck erreichen.

 

Die richtige Kleidung

Gerade in der dunklen Jahreszeit oder schlechtem Wetter sind Kinder von anderen Verkehrsteilnehmern schwer zu sehen.
Für den Schulweg empfiehlt sich dann gut sichtbare helle Kleidung, idealerweise mit reflektierenden Elementen.

Im Fachhandel findest Du eine bunte Palette von verschiedenen Modellen und Accessoires wie Aufnähern, Stickern oder blinkenden Armbändern finden, die auch bei Deinen Kindern gut ankommen werden.

 

Der Schulranzen

Der Schulranzen wird für die nächsten Jahre der ständige Begleiter des Kindes sein.
Daher solltest Du die Auswahl des Ranzens nicht auf die leichte Schulter nehmen und einige wichtige Aspekte beachten.
Diese sind unter der DIN-Norm 58124 für Schulranzen zusammengefasst:

  • Der Katzenaugeneffekt und Signalfarben
    Hier geht es besonders um die Verkehrssicherheit, der Schulranzen sollte bei Tag und Nacht und bei jedem Wetter gut sichtbar sein. Achten Sie daher darauf, dass die Oberfläche des Ranzens genügend Flächen mit dem Katzenaugeneffekt hat. Zusätzlich zu den lichtreflektierenden Katzenaugen haben gute Schulranzen auch Flächen in den Signalfarben Orange und Gelb, die auch bei diesigen Lichtverhältnissen oder in der Dämmerung reflektieren.
  • Tragbarkeit und Passform
    Achten Sie darauf, dass der Ranzen gut und bequem sitzt. Die Schultergurte sollten gut gepolstert sein und mindestens vier Zentimeter breit sein, der Ranzen sollte ergonomisch geformt sein und an mehreren Stellen am Rücken anliegen. Um dies zu gewährleisten sollte Ihr Kind beim Kauf des Ranzens dabei sein.
  • Funktionalität
    Neben genügend Platz für Schulhefte und Schreibmaterial sollten links und rechts an der Seite des Ranzens auch Taschen zum Verstauen von Brotzeitbox und Trinkflaschen angebracht sein. Zudem sollte sich der Deckel leicht und weit öffnen lassen, er sollte zusätzlich einen gepolsterten Tragegriff besitzen.
  • Material
    Der Ranzen sollte aus robustem, wasserabweisendem Material sein.
  • Gewicht
    Der Schulranzen sollte möglichst leicht sein, der gefüllte Tornister sollte nicht mehr als 10% bis 12% des Körpergewichts des Kindes wiegen.

 

Das Eltern-Taxi

Manchmal lässt es sich nicht vermeiden den Nachwuchs mit dem Auto zur Schule zu bringen. Achte dabei auf angelegte Gurte, gesicherte Türen und Kindersitze.
Kindersitze sind übrigens laut Gesetzgebung bei Kindern bis 12 Jahren und einer Größe von unter 150 cm Pflicht. Ist jedoch eines der Kriterien erfüllt, entfällt auch die Kindersitzpflicht!

Eine wissenschaftliche Studie im Auftrag des ADAC ergab übrigens, dass deutlich mehr Grundschulkinder entweder im Auto ihrer Eltern oder bei gefährlichen Wendemanövern im Schuleingangsbereich zu Schaden kamen als zu Fuß auf dem Schulweg.

Vermeide regelwidriges Anhalten und riskante Manöver aus Zeitdruck, wenn Du die Kinder zur Schule bringst. Parke nie direkt vor der Schule.

 

Mit dem Fahrrad zur Schule?

Grundschüler sollten generell nicht mit dem Fahrrad zur Schule fahren.
Auch wenn der Nachwuchs bei gemeinsamen Ausflügen mit dem Drahtesel den Eindruck erweckt sein Gefährt und die Verkehrsregeln schon perfekt zu beherrschen.

Die Situation des Kindes alleine im morgendlichen Berufsverkehr ist eine ganz andere.
Zudem reagieren Kinder anders als Erwachsene, nehmen Gefahren spät oder gar nicht wahr. Kinder schließen zudem oft von sich auf andere, was sie nicht sehen, existiert für sie auch nicht.

Nicht ohne Grund wird die praktische Radfahrausbildung erst im dritten oder vierten Grundschuljahr durchgeführt.
Mit dem Fahrrad zur Schule sollten Kinder frühestens nach dem Übertritt auf eine weiterführende Schule.

 

Die Eltern als Vorbild

Kinder lernen durch Nachahmung! Sei ein Vorbild, auch wenn die Zeit manchmal drängt. Wie soll ein Kind verstehen, dass es nicht bei Rot über die Ampel darf, wenn Mama und Papa mit schlechtem Vorbild vorangehen.

Für die Situation im Auto gilt das gleiche. Die Kleinen sitzen auf dem Rücksitz, und Mama oder Papa brausen noch schnell über die rote Ampel, oder überschütten den langsamen Fahrer vor ihnen mit Schimpfwörtern.

So schwer es in solchen Situationen auch manchmal fällt die Ruhe zu bewahren, bedenke immer die eigene Vorbildfunktion für Ihren Nachwuchs.

Weiterführende Links:

https://www.verkehrswacht-medien-service.de/nc/start.html

https://www.adac.de/infotestrat/ratgeber-verkehr/verkehrserziehung/medien/

 

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